Eigenkapitalrendite
Auch: EK-Rendite, Return on Equity
Die Eigenkapitalrendite zeigt, wie stark sich das eingesetzte Eigenkapital pro Jahr verzinst – im Gegensatz zur Mietrendite bezieht sie die Finanzierung mit ein. Durch den Hebel des Fremdkapitals (Leverage-Effekt) kann sie deutlich höher liegen als die reine Objektrendite.
Während die Bruttomietrendite nur Kaufpreis und Miete gegenüberstellt, fragt die Eigenkapitalrendite: Wie gut arbeitet mein eingesetztes Geld? Wird ein Teil des Kaufpreises über einen günstigen Kredit finanziert, kann derselbe Ertrag auf weniger eigenes Kapital verteilt werden – die Eigenkapitalrendite steigt. Diesen Effekt nennt man Leverage oder Hebelwirkung.
Formel
EK-Rendite (%) = GK-Rendite + (GK-Rendite − FK-Zins) × (Fremdkapital ÷ Eigenkapital)
Diese Leverage-Formel zeigt das Prinzip: Solange die Gesamtkapitalrendite (GK-Rendite) höher ist als der Kreditzins, erhöht mehr Fremdkapital die Eigenkapitalrendite. Liegt der Zins über der GK-Rendite, wirkt der Hebel umgekehrt und senkt die Eigenkapitalrendite unter die GK-Rendite – ein Risiko, das bei hohem Fremdkapitalanteil entsprechend größer wird.
Rechenbeispiel
| Gesamtkapitalrendite (GK-Rendite) | 4,5 % |
| Fremdkapitalzins | 3,5 % |
| Fremdkapital-Anteil (FK ÷ EK) | 3,0× |
Mit einem Fremdkapitalanteil vom Dreifachen des Eigenkapitals wächst die Eigenkapitalrendite von 4,5 % auf 7,5 % – nur weil der Kreditzins niedriger ist als die Objektrendite. Wäre der Zins bei 5,0 % statt 3,5 % läge, würde derselbe Hebel die Eigenkapitalrendite dagegen auf 3,0 % drücken.
Wann lohnt sich der Hebel?
| Verhältnis GK-Rendite zu Zins | Einordnung |
|---|---|
| GK-Rendite deutlich über Zins | Hebel wirkt stark positiv – mehr Fremdkapital lohnt sich |
| GK-Rendite ≈ Zins | Kaum Hebeleffekt – Finanzierung verändert die Rendite kaum |
| GK-Rendite unter Zins | Negativer Hebel – mehr Fremdkapital senkt die Eigenkapitalrendite |
Der Hebel ist ein zweischneidiges Schwert: Er verstärkt Gewinne, aber auch Verluste. Bei hohem Fremdkapitalanteil steigt zudem das Risiko, dass eine ungünstige Anschlussfinanzierung die Eigenkapitalrendite ins Negative dreht.
Abgrenzung zu verwandten Kennzahlen
Gesamtkapitalrendite: die Rendite auf die gesamte Investition, unabhängig davon, wie viel davon mit Fremdkapital finanziert ist.
Cashflow: zeigt den monatlichen Zahlungsüberschuss – die Eigenkapitalrendite bezieht zusätzlich Tilgung und Wertsteigerung auf das eingesetzte Kapital ein.
Eigenkapitalquote: der Anteil des Eigenkapitals an der Gesamtinvestition – der Kehrwert bestimmt den Fremdkapitalhebel in der Formel oben.
Häufige Fehler
Hebel isoliert betrachten: Eine hohe Eigenkapitalrendite durch starken Hebel bedeutet auch ein höheres Risiko bei steigenden Zinsen oder Leerstand. Nur Jahr 1 betrachten: Die Eigenkapitalrendite verändert sich über die Haltedauer, u. a. durch Tilgung und Anschlussfinanzierung – ein Mehrjahresblick ist aussagekräftiger.
Häufige Fragen
Sie zeigt, wie stark sich das eingesetzte Eigenkapital pro Jahr verzinst – unter Einbeziehung der Finanzierung. Durch den Hebel des Fremdkapitals kann sie höher oder niedriger als die reine Objektrendite liegen.
EK-Rendite = GK-Rendite + (GK-Rendite − Fremdkapitalzins) × (Fremdkapital ÷ Eigenkapital). Solange die Objektrendite über dem Kreditzins liegt, erhöht mehr Fremdkapital die Eigenkapitalrendite.
Nein. Der Hebel wirkt in beide Richtungen: Liegt der Kreditzins über der Objektrendite, senkt mehr Fremdkapital die Eigenkapitalrendite und erhöht das Risiko bei einer ungünstigen Anschlussfinanzierung.
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