Cashflow

Auch: Cashflow vor Steuer, Cashflow nach Steuer, monatlicher Überschuss

Definition

Der Cashflow ist der monatliche Betrag, der nach Abzug von Kreditrate und laufenden Kosten von den Mieteinnahmen übrig bleibt – oder den du zuschießen musst. Der Cashflow vor Steuer zeigt das reine Zahlungsergebnis, der Cashflow nach Steuer bezieht die steuerliche Wirkung der Vermietung mit ein.

Der Cashflow ist die wichtigste Kennzahl für die Frage: Trägt sich die Immobilie selbst, oder zahlst du monatlich drauf? Anders als die Mietrendite berücksichtigt er die tatsächliche Finanzierung – also Zins und Tilgung – sowie alle laufenden, nicht umlagefähigen Kosten. Der Cashflow nach Steuer geht noch einen Schritt weiter und rechnet die Steuerersparnis aus AfA und Zinsen mit ein, die bei vermieteten Immobilien häufig einen negativen Cashflow vor Steuer ins Positive dreht.

Formel

CF vor Steuer = Kaltmiete nicht umlagef. Kosten Kreditrate

CF vor Steuer (€/Monat) = Kaltmiete − nicht umlagefähiges Hausgeld/Kosten − Kreditrate (Zins+Tilgung)

CF nach Steuer (€/Monat) = CF vor Steuer + monatliche Steuerersparnis (oder − Steuerlast)

Rechenbeispiel

Beispiel: Eigentumswohnung mit Finanzierung
Kaltmiete1.000 €
Nicht umlagefähiges Hausgeld−100 €
Monatliche Kreditrate (Zins+Tilgung)−1.000 €
Cashflow vor Steuer −100 €
Steuerersparnis aus AfA + Zinsen+185 €
Cashflow nach Steuer +85 €

Vor Steuer zahlst du 100 € im Monat drauf – nach Berücksichtigung der Steuerersparnis bleiben dir aber 85 € übrig. Das ist der Grund, warum vermietete Immobilien oft trotz negativem Cashflow vor Steuer attraktiv bleiben.

Wann ist der Cashflow gut?

Cashflow nach SteuerEinordnung
deutlich positivSelbsttragend – die Immobilie finanziert sich vollständig selbst
leicht negativ (bis ca. −200 €/M)Vertretbar – kleiner monatlicher Zuschuss, oft durch Tilgung/Wertsteigerung ausgeglichen
deutlich negativRisikoreich – hoher dauerhafter Zuschussbedarf, geringer Puffer bei Zinsänderung oder Leerstand

Ein negativer Cashflow ist nicht automatisch schlecht: Ein Teil der Kreditrate ist Tilgung, also Vermögensaufbau, kein echter Verlust. Entscheidend ist, ob du den monatlichen Zuschuss dauerhaft und auch in schwierigeren Phasen (Leerstand, Zinsanstieg) tragen kannst.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

NOI (Net Operating Income): die Mieteinnahmen abzüglich Bewirtschaftungskosten – aber noch vor Finanzierung. Der Cashflow zieht zusätzlich die Kreditrate ab.

Bruttomietrendite: ein Renditewert ohne Bezug zur tatsächlichen Finanzierung – sagt nichts darüber, ob monatlich Geld übrig bleibt.

Eigenkapitalrendite: bezieht den Cashflow (plus Tilgung und Wertsteigerung) auf das eingesetzte Eigenkapital.

Häufige Fehler

Nur den Cashflow vor Steuer betrachten: Wer die Steuerersparnis aus AfA und Zinsen ignoriert, unterschätzt die tatsächliche monatliche Belastung oft deutlich. Tilgung als Verlust werten: Ein negativer Cashflow durch hohe Tilgung ist teilweise Vermögensaufbau, kein reiner Verlust.

Häufige Fragen

Was ist der Cashflow bei einer Immobilie?

Der Betrag, der nach Kreditrate und laufenden Kosten von den Mieteinnahmen monatlich übrig bleibt – oder den du zuschießen musst. Der Cashflow nach Steuer bezieht zusätzlich die Steuerersparnis aus AfA und Zinsen ein.

Ist ein negativer Cashflow schlecht?

Nicht zwangsläufig. Ein Teil der Kreditrate ist Tilgung, also Vermögensaufbau. Entscheidend ist, ob der monatliche Zuschuss dauerhaft tragbar ist – auch bei Leerstand oder steigenden Zinsen.

Warum ist der Cashflow nach Steuer oft besser als vor Steuer?

Weil die AfA und die Kreditzinsen als Werbungskosten das zu versteuernde Einkommen mindern. Diese Steuerersparnis fließt dem Vermieter über die Steuererklärung zu und verbessert den tatsächlichen Cashflow.

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